Kosten für eine

Strafverteidigung bzw. Nebenklagevertretung   

Die Kosten für eine Strafverteidigung bzw. Nebenklagevertretung sind, gemessen an der Bedeutung einer Verurteilung, geringer als mancher denkt.

Die Kosten ergeben sich aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) (http://bundesrecht.juris.de/rvg/http://www.justiz.nrw.de/BS/rechta_z/N/Nebenklage/index.php).

Abgesehen von der Möglichkeit einer individuellen Honorarvereinbarung können Sie sich die Kosten für eine Strafverteidigung bzw. Nebenklagevertretung im Erstgespräch mit Rechtsanwältin Stark ermitteln lassen.


Rechtsschutzversicherung für Strafsachen?

Eine Rechtschutzversicherung ist eine sinnvolle Sache.

Die Rechtsschutzversicherungen übernehmen in der Regel Rechtsschutz für Opfer von Gewaltstraftaten. Die Rechtschutzversicherung übernimmt allerdings nur in wenigen Fällen die Kosten für eine Strafverteidigung. Auf jeden Fall sollten Sie bei Ihrer Rechtsschutzversicherung eine Deckungsanfrage machen, ob diese die Kosten Ihres Rechtsstreites übernimmt. Die Ausführungen betreffen Versicherungsverträge die typisch sind: Vorsatzdelikte (Diebstahl, Betrug, Unterschlagung etc.) sind grundsätzlich (mit Ausnahmen) ausgeschlossen. Eine Rechtschutzversicherung kommt in der Regel dann für die Kosten auf, wenn das vorgeworfene Delikt fahrlässig begangen worden ist.

Beispiel: Kraftfahrer K wird mit 2,2 Promille angehalten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in der Anklageschrift fahrlässige Trunkenheit im Verkehr vor. Der Rechtschutz tritt ein und überweist die Rechtsanwaltskosten. In der Hauptverhandlung wird K aber wegen vorsätzlicher Trunkenheit verurteilt. Die Rechtschutzversicherung kann die gezahlten Anwaltskosten von K zurück verlangen.

Die Verkehrsrechtschutzversicherung übernimmt bei folgenden Delikten im Straßenverkehr die Anwaltskosten: fahrlässige Körperverletzung, fahrlässige Tötung, fahrlässige Trunkenheit, Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Bei folgenden Verkehrsdelikten übernimmt die Verkehrsrechtschutzversicherung keine Kosten: Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Unfallflucht Die Familienrechtschutzversicherung übernimmt bei allen Fahrlässigkeitsdelikten (z.B. fahrlässige Brandstiftung) die Rechtsanwaltskosten.

Die meisten Rechtschutzversicherungen übernehmen aber zumindest die Kosten für eine anwaltliche Beratung in einer Strafsache. 


Pflichtverteidigung für den Angeklagten

Es gibt Fälle, in denen der Angeklagte einen sog. Pflichtverteidiger zur Seite gestellt bekommt, falls er sich nicht selbst einen Rechtsanwalt als sogenannten Wahlverteidiger gesucht hat oder einen Strafverteidiger nicht bezahlen kann. Wobei es bei der Beiordnung eines Pflichtverteidigers nicht auf Bedürftigkeit des Beschuldigten ankommt (§ 140 StPO) (http://dejure.org/gesetze/StPO/140.html). Das Gesetz regelt, wann eine sogenannte "notwendige Verteidigung" gegeben ist. Es sind vor allem Fälle,

- in denen ein Angeklagter sich seit mindestens drei Monaten in Haft befindet,

- in denen die Anklage nicht zum Amtsgericht, sondern zum Landgericht erhoben worden ist, 

- bei denen dem Angeklagten nicht nur ein Vergehen (z.B. Diebstahl), sondern ein Verbrechen (z.B. Raub) zur Last gelegt wird.

- die Sach- und Rechtslage aus Sicht des Angeklagten schwierig ist.

- Eine Pflichtverteidigung ist auch möglich bei einem drohenden Berufsverbot, drohendem Bewährungswiderruf oder

- wenn der Angeklagte nicht in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen. 


Prozesskostenhilfe für das Opfer einer Straftat

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Opfern von Straftaten für die Kosten eines Rechtsanwalts Prozesskostenhilfe gewährt werden. Hierbei kommt es weniger auf die finanzielle Situation des Opfers an, sondern ob die Voraussetzungen der Nebenklageberechtigung vorliegen. 

Beratungshilfe

Gegen Vorlage eines Beratungshilfescheines und einer Pauschale von 15,00 € können ggf. die Kosten der Erstberatung von der Staatskasse übernommen werden.

s. hierzu: http://www.justiz.nrw.de/BS/rechta_z/B/Beratungshilfe/index.php


Freispruch

Bei einem Freispruch trägt die Landeskasse die Prozesskosten.


Lassen Sie sich beraten, über die Möglichkeiten der Verteidigung und deren Kosten.